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Namib Wüste - immer südwärts


Wow – das Meer glitzert uns entgegen - wir haben es geschafft.  In den letzten Monaten haben wir Afrika von Ost nach West durchquert, vom indischen Ozean in Mozambik zur Atlantik Küste in Namibia.

Die Küstenstadt Swakopmund liegt vor uns, diesmal bei Sonnenschein.
700 Kilometer waren es vom Buschmannland hierher. Für uns bedeutete das  zweieinhalb Tage Fahrt. Wir wollten dazwischen nirgends länger verweilen, die Strecke führt grossteils durch Farmland und das touristisch bekannte Erongo Bergmassiv fanden wir langweilig, Berge eben. Dafür genossen wir den stetigen Rückenwind. Der fühlte sich an als hätte der Unimog einen Turbomotor eingebaut. Vielleicht sollten wir doch ein Motortuning überlegen? – Immer öfter reden wir darüber.
Atlantik Blick vom Miles 4 Camp 
In Swakopmund verbringen wir einige Tage und geniessen vom Miles 4 Camp den Blick aufs Meer, die Plätze direkt in der Stadt waren alle ausgebucht. Mit vollen Vorräten vom Spar Supermarkt, einer wieder aufgefüllten Gasflasche und einer dringend notwendigen Autowäsche verlassen wir den Ort. Sobald das letzte Gebäude hinter uns liegt fängt die Wüste an. 

Wie schnell fahren wir?
Die Namib die sich der Küste entlang von Angola bis zum Grenzgebiet Südafrikas erstreckt und als die älteste Wüste der Erde gilt. Zwei Millionen Jahre soll sich das Gebiet geologisch nicht mehr verändert haben, sieht gar nicht danach aus denn die ersten fünfzig Kilometer wirkt es mehr wie in einer Schottergrube. Alles wirkt umgegraben und ist mit Pisten übersät. Rund um Swakopmund wird Uran  im Tagbau gewonnen, eine Umweltzerstörung sondergleichen aber eine wichtige Einnahmequelle des Landes auch wenn die Minenbetreiber ausländische Firmen sind, neuerdings vermehrt die Chinesen.

die Wüste lebt
Wenigsten ist die Piste ist in einem hervorragenden Zustand und allmählich wird die Landschaft unberührter, wir sehen die ersten Zebras und Springböcke. Das Gebiet nennt sich der Namib Naukluft Park und ist ein Naturschutzgebiet mit einigen imposanten Landschaftsformationen. Für wenige Euros erhält man in Swakopmund ein Permit und darf damit auch die Nebenpisten befahren.

Blutkuppe
So erkunden wir die Blutkuppe. Ein Inselberg aus Granit dem die Sonne morgens und abends in weiches rötliches Licht taucht.

Traumhaft wäre da nicht der Tour Bus mit zwanzig gröllenden Menschen deren Hall die Stille stört und im Norden der Ausblick auf die nächste Uran Mine.

Aber es gibt ja genügend andere Strecken wo wir niemanden treffen. Wir entdecken zauberhafte Flusstäler, bizarre Felsformationen und geniessen die Weite der Wüste. 

Kuiseb Canyon
Das Schutzgebiet endet beim Kuiseb Canyon. Kurz vorher mündet die Piste in die C14, der Hauptverkehrsweg aller Leihwagenfahrer und Reisebusse und eine der schlechtesten Pisten Namibias.

Der Verkehr nimmt gehörig zu und bei der Durchfahrt des tief eingeschnittenen Canyons stehen wir an der kleinen Brücke über den Fluss im Stau.

Einige Wochen zuvor wurde an dieser Stelle nachts ein deutsches Ehepaar von einem Leoparden attakiert. Wir hätten gerne an dieser Stelle übernachtet und unsere  Wildkamera installiert aber das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Dunkle Wolken sind aufgezogen und es setzt Regen ein. Gewitter können in der Wüste sehr gefährlich werden und Sturzfluten produzieren, da muss man nicht gerade in einem Canyon übernachten.

Regen am Horizont
Unser Vorankommen ist wie so oft langsam. Wir bringen es nicht übers Herz auf dem ausgefahrenen Wellblech zu beschleunigen, der Unimog und unsere Nerven sind dafür nicht gemacht. Die Gegend ist rau und eintönig. Es bläst ein kräftiger kühler Wind und nachts werfen wir unsere Heizung an.

Der Verkehr auf der C14 ist schon lästig. Ein Foto ohne Autos im Bild ist eine Herausforderung.

Normalerweise meiden wir solche Strecken aber es ist der einzige Weg nach Sossusvlei, die berühmten roten Dünen der Namib wollen wir unbedingt sehen.

Solitaire
Zuerst passieren wir aber noch den Ort Solitaire. Eine Ansammlung von einigen wenigen Häusern, einem Shop und einer Tankstelle mitten im Nichts. Bekannt wurde diese kleine Roadhouse Station durch den selbstgebackenen Apfelstrudel des Shop Besitzers . Mittlerweile hat der Ort Kultstatus erreicht und wurde zum Touristenmagnet. Die moderne neuerrichtete Konditorei und der grosse Parkplatz passen nicht mehr zum urigen Charakter dieses Aussenpostens und Apfelkuchen haben wir schon bessere gegessen.

Sossusvlei
Hundert Kilometer weiter haben wir endlich das Ziel erreicht wofür wir uns tagelang über die grausame Piste gemüht haben, die roten Dünen von Sossusvlei. Sie zählen mit über 300 Metern zu den höchsten der Erde. Ihr roter Sand und die abflusslosen Senken, auf Afrikaans Vleis genannt sind sogar für uns Wüstenfüchse etwas Besonderes.

Dead Vlei
Um zu ihnen zu gelangen mussten wir uns jedoch frühmorgens in die Autoschlange vor den Nationalpark Eingang im Ort Sesriem einreihen und weitere vierzig Kilometer in die Namib Wüste hineinfahren. Am Ende ist ein riesiger Parkplatz und es geht zu wie am Rummelplatz. Karawanen mit Smartphones und Selfie Sticks wandern auf und rund um die Dünen.

Doch schon wenige hundert Meter neben den ausgetretenen Pfaden ist kein Mensch mehr zu sehen.

Schlaglöcher!!!

Zurück in Sesriem finden wir trotz Hochsaison und ohne Vorreservierung einen Campingplatz und legen einige Tage Pause ein bevor die Pistentortur wieder los geht.


Jetzt heisst sie C27. Wir verfolgen diese Piste bis zur Abzweigung der D707. Durch Farmland geht es entlang des Namib Naukluft Nationalparks immer weiter gen Süden. Hier sind nur noch wenige Fahrzeuge unterwegs und man geniesst wieder die Einsamkeit und Stille der Wüste. Eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke die sich am besten mit Bildern beschreiben lässt.


Namib Impressionen