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Victoria Falls – Auf Testfahrt durch Sambia


Unser Vertrauen in den Mog ist angeschlagen. Die Reparatur hat uns etwas verunsichert. Alle fünfzig Kilometer halten wir an, prüfen die Temperatur der Vorgelege und kontrollieren die Dichtheit. Alles läuft gut aber trotzdem wollen wir ausgiebig testen bevor wir Richtung Angola aufbrechen. Noch dazu haben wir vom Mechaniker Hausaufgaben bekommen. Ein Ölwechsel nach wenigen hundert Kilometern ist Pflicht.

Wir überlegen eine Tour durch den Kafue NP aber irgendwie haben wir wenig Lust auf endlosen Busch und Tsetse Fliegen. Schon vor zehn Jahren hat es uns dort nicht gefallen und die Strecke verläuft über einen Fluss wo wir nicht wissen ob die Fähre überhaupt Unimog tauglich ist. Spontan haben wir dann beide dieselbe Idee.
Auf geht es zu den Viktoria Wasserfällen. 

Victoria Falls
Sie liegen genau an der Grenze zu Zimbabwe und zählen zu den grössten der Welt. Ursprünglich wollten wir sie nur von dort besichtigen aber nun nutzen wir die Gelegenheit und machen uns auf den Weg nach Livingstone.
500 Kilometer ohne Zwischenfälle ist schon mal ein guter Anfang für den Mog und die passende Distanz für den ersten Ölwechsel am Vorgelege.

Zambezi Bridge
Livingstone ist ein Touristen Hotspot. Hotels reihen sich aneinander und man findet viele Abenteuer Tour Veranstalter. Von Bungee Jumping, Wildwasser Rafting, Hubschrauber oder Motor Drachen fliegen, das gebotene Rahmenprogramm rund um die Wasserfälle ist beachtlich doch unser perfekter Tag hier sieht anders aus.


Wir beginnen den Tag mit der Besichtigung der Wasserfälle. Die Victoria Falls sind ein echtes Naturschauspiel. Über eineinhalb Kilometer stürzt der Sambesi Fluss über eine senkrechte Felswand in eine hundert Meter tiefe Schlucht. Die Gewalt der Wassermassen ist faszinierend. Mosi-o-tunja, donnerndes Wasser, nennen sie die Einheimischen und zu dieser Jahreszeit machen sie diesem Namen alle Ehre. Bis zum Ende des Abbruches fliesst das Wasser derzeit über die Kante und bricht tosend in die Tiefe. 


Wasserfest
Die Victoria Falls zeigen sich auf sambischer Seite in ihrer ganzen Breite. Farbenprächtige Regenbogen bilden sich durch den Sprühregen und reichen fast bis in die Schlucht. Wir sind so begeistert dass wir jeden Aussichtspunkt ansteuern obwohl wir bereits völlig durchnässt sind. Trotz Regenjacke sind unsere Hosen und Schuhe waschel nass. Manchmal regnet es sogar wie in Strömen auf uns herab. Irgendwann wird es uns dann doch zu kalt und wir verlassen diesen besonderen Ort.

Luxus pur
Nachdem wir uns trockengelegt haben folgt nun das Luxusprogramm. Wir gönnen uns einen Nachmittag im Livingstone Hotel. Berühmt durch die Lage und Aussicht ist es das teuerste Etablissement am Platz. Der Unimog am Parkplatz eines fünf Sterne Hotels. Wir geniessen ein herrliches Mittagessen, spazieren durch die ausgedehnte Parklandschaft und relaxen beim Afternoon Tea. Dann noch zum Sundowner auf die Aussichtsterrasse und der Tag endet mit einem herrlichen Sonnenuntergang am Zambezi River.

chillen im Livingstone Hotel
Die Nacht verbringen wir auch noch im Hotel aber diesmal nur am Parkplatz im Unimog.
Am nächsten Tag kehren wir wieder in unseren Reisealltag zurück. Wir ziehen auf die Campsite um und es sind Ölwechsel und Wäsche waschen angesagt. Wir machen uns fit für Angola. Nach einer weiteren Nacht verlassen wir Livingstone und machen uns auf den noch weiten Weg zur Grenze. Weiterhin vorsichtig bezüglich der Vorgelege checken wir nach 30 Kilometern wieder die Dichtheit und merken mit Schrecken dass diesmal die Ablassschraube eines vorderen Vorgeleges undicht ist. Weiterfahren unmöglich, wir müssen schon wieder reparieren. Am Strassenrand finden wir das weniger lustig und erinnern  uns an das Schild einer Campsite einige hundert Meter zuvor. Der Tag vergeht mit abdichten und passende neue Schrauben suchen. Leider ist das Schrauben Gewinde beschädigt und nur mit Mühe gelingt uns eine provisorische Reparatur.

never ending story - Vorgelege am Unimog
Auf der Weiterfahrt werfen wir in noch kürzeren Abständen Blicke unters Auto. Nach zwei weiteren Tagen Wildcampen erreichen wir endlich Mongu. Der letzte Ort um Vorräte aufzufüllen, Diesel zu bunkern und den Unimog durchzuchecken. Zwischenzeitlich haben wir auch noch einen undichten Abfluss im Bad und ein Stromproblem mit dem Batterie to Batterie Charger. Den undichten Ölfilter erwähnen wir gar nicht mehr.

Ob wir jemals nach Angola kommen?


von Kazungulu nach Shesheke