2017/06/15

South Luangwa NP – Auf der Suche nach Wild Dogs

Abendstimmung South Luangwa NP
Vor rund zehn Jahren waren wir schon einmal hier. Damals noch als richtige Safari Touristen per Flugzeug und als Lodge Gäste. Dass wir es geschafft haben mit dem eigenen Auto und damit völlig unabhängig nochmals den Ort zu besuchen ist ein tolles Gefühl. Ein Traum der sich jetzt erfüllt.



Mitte Mai zählt noch zur absoluten Nebensaison und so herrscht kein Engpass an freien Unterkünften. Wir entscheiden uns für das Wildlife Camp. Vom Hauptgate des Parks ist es zwar am weitesten entfernt aber das Bushfeeling ist unvergleichlich. Schon bei der Anfahrt begegnet uns eine grosse Elefantenherde.

Piste zum Nsefu Sektor
Ab nun scheint die Zeit für uns still zu stehen. Wir lieben es auf Safari zu gehen, eine Leidenschaft die uns nie langweilig wird. Der Park öffnet um 6 Uhr morgens und so läutet der Wecker kurz nach fünf denn die Morgenstunden sind für Pirschfahrten am besten geeignet. Einmal haben wir besonderes Glück und treffen sogar auf der Asphaltstrasse ausserhalb der Parkgrenze auf ein prächtiges Löwenrudel. Später berichten die Ranger am Gate dass die Löwen während der Nacht die Brücke über den Luangwa Fluss überquert haben. Der Fluss wäre eigentlich eine natürliche Barriere zwischen Wildnis und besiedelten Gebiet aber Tiere suchen sich eben ihre eigenen Wege.


Die Pisten im Park sind in ausgezeichneten Zustand und werden regelmässig gepflegt. Schlammige Passagen finden sich nur noch auf kleinen Routen. Meistens ist der Unimog dafür leider sowieso zu hoch und zu breit. Wenn wir aus Begeisterung vergessen rechtzeitig umzukehren kann es schon mühsam sein sich dort wieder heraus zu bugsieren. Einmal mehr sind wir froh einen kleinen wendigen Unimog zu fahren aber dass einer von uns aussteigt und Millimeter genaue Anweisungen gibt bleibt nicht erspart, ein Nervenkitzel im unübersichtlichen Gelände.

Achtung Schlange

Ein Grund wieso wir uns entscheiden auch Game Drives mit Autos des Wildlife Camps zu buchen. Als besondere Attraktion werden nämlich auch Nachtfahrten angeboten und das wollen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Raubtiere sind hauptsächlich nachtaktive Jäger und es ist ein seltenes Privileg dieses Treiben hautnah erleben zu dürfen.

So vergehen die Tage, mal sind wir selbst auf Pirsch, mal lassen wir uns chauffieren, mal verbringen wir einfach die Zeit im Camp und beobachten von unserer  Hängematte aus. Wir parken ja direkt am Fluss und geniessen herrliche Aussicht.

Night Game Drive
 Wir erleben unvergessliche Momente, erspähen einen Leoparden tagsüber, folgen ihnen bei den nächtlichen Raubzügen, beobachten ein Löwenrudel auf der Pirsch und Elefantenherden die den Fluss queren. Täglich besuchen uns Affen, ein kleiner Waran und eine Horde von Erdmännchen (Mongoose) auf dem Campingplatz und  Hippos und Krokodile tummeln sich vor uns im Fluss.

Sogar Wäschewaschen macht hier  Spass. Für uns ist es ein magischer Platz der uns verleitet über zwei Wochen zu verweilen.


Leider ist ein grosser Wunsch nicht in Erfüllung gegangen. Wild Dogs, die Wildhunde Afrikas die vom Aussterben bedroht sind und nur mehr in wenigen Regionen zu finden sind. Sie durchstreifen riesige Gebiete und sind entsprechend schwer anzutreffen. Guides und andere Safari Enthusiasten berichteten uns dass sie in den letzten Wochen auf ihren Pirschfahrten ihre Wege kreuzten. Wir waren also voller Hoffnung auch selbst einmal diese seltenen Tiere zu entdecken. Die Natur ist jedoch unplanbar und es funktioniert nicht sich auf die Suche nach bestimmten Spezies zu begeben. Safaris lehren Demut und Geduld. Man muss offen sein für alles was die Natur zu zeigen bereit ist, mal ist es ein seltener Vogel, mal ein spezielles Paarungsritual, mal auch einfach nur Natur.

Wildlife Camp
 Gerade als uns diese Tatsache bewusst wurde und wir begannen ohne Erwartungshaltungen den Park zu geniessen haben wir sie gesehen. Zwei Wild Dogs, einige hundert Meter vor unserer Campsite zogen sie entlang des Flussufers. Mit den Ferngläsern durften wir sie für ein paar kurze Momente erstmalig in freier Wildbahn beobachten. Eine Begegnung die uns die Muße zurückgibt weiterhin Afrikas Nationalparks zu bereisen und vielleicht doch einmal auch diese besonderen Tiere aus der Nähe zu sehen.

South Luangwa -  Infos zu Anfahrt und Campsites

Von Malawi kommend fährt man fast durchwegs auf guten neuen Strassen. Nur Chipata, die erste grosse sambische Stadt nahe der Grenze war gewöhnungsbedürftig. Sie dient als Versorgungspunkt vieler Overland Trucks. Kein Meter ohne angesprochen zu werden. Jeder möchte einem irgendetwas verkaufen und mit uns Geld verdienen.

Entwicklungshilfe nur als Strasse
 Im Hinterland ändert sich das schlagartig. Die Sambier sind freundliche Menschen aber das Land ist arm. Die Mehrheit lebt in einfachen Holz- oder Lehmhütten mit Dächern aus Stroh. Nur in Mfuwe, dem Ort direkt an der Nationalparkgrenze scheint der Lebensstandard besser. Der South Luangwa Nationalpark ist eines der Highlights Sambias und Magnet für jeden Sambia Reisenden. Das Safari Business floriert und bietet gute Jobs und Verdienst Möglichkeiten.

Mopane Holz - bestes Feuerholz aber schwere Last

Für Camper gibt es drei Stellplatz Möglichkeiten. Das Croc Valley Camp erschien uns etwas beengt und schmuddelig, bietet aber relaxte Atmosphäre und Camping direkt am Fluss. Im Track’n Trail Camp befindet sich die Campsite hinter der Lodge auf einer Wiese und es fehlte uns das Wildnis Flair, dafür hat es die günstigsten Preise. Unser Favorit ist eindeutig das Wildlife Camp. Von den neun Campsites liegen Nr. 6 – 9 direkt am Fluss.

Unsere Weiterreise wollten wir auf der Piste entlang des Luangwa Rivers Richtung Petauke fortsetzen. Leider entpuppte sich diese nach wenigen Kilometern als zu schmal für den Unimog und erforderte erhebliche Geländegängigkeit. Wir kehrten um und nahmen wieder die Strasse Richtung Chipata.

selten - Märkte mit guter Auswahl

Die 05 Road durch den Park war zum  Zeitpunkt unseres Besuches noch fraglich. In diesem Jahr hatte sie bisher noch niemand befahren und es war unklar ob die Flussüberquerung bereits möglich wäre bzw. in welchem Zustand die Piste ist. In der Haupttrockenzeit sicherlich eine Option.


Die Piste Richtung Norden durch den Nsefu Sektor war ab dort noch nicht befahrbar.  Die Flussquerung war noch wasserführend.