2016/06/23

Unimog Verschiffung nach Afrika - Teil 1

Eine Verschiffung nach Afrika wird nicht einfach  - das wussten wir von Anfang an. Deswegen nach Asien weiterzureisen stand aber nie zur Debatte und so blieb uns nur das Abenteuer zu wagen.

Afrikanische Häfen gelten als Horrordestination für derartige Vorhaben. Unorganisierte Bürokratie, Korruption und eine arme Bevölkerung bieten nicht gerade tolle Voraussetzungen um Dinge mit Werthaltigkeit aus den Händen zu geben. Hinzu kommt dass der Unimog zu gross für eine Container Verschiffung ist und das erleichtert die Sache nicht gerade.

Dubai Marina - kein Schiff für den Unimog

Wir brauchen ein RoRo (Roll on Roll off) Schiff. Millionen von Autos werden auf diese Weise weltweit transportiert aber beim eigenen Fahrzeug einfach den Schlüssel stecken zu lassen und nicht zu wissen wer und wie fährt ist nicht so lustig.

Das Internet als unendliche Informationsquelle hatte diesmal auch versagt. Gerade über ostafrikanische Destinationen findet sich kaum Brauchbares. Es erschien uns fast so als kursieren mehr Gerüchte als echte Erfahrungsberichte und die waren allesamt negativ.

Aber als Weltreisende darf man sich nicht zu schnell einschüchtern lassen. Probleme lösen gehört zum Alltag und so tun wir es einfach.

In Dubai mangelt es ja nicht gerade an Schiffsagenturen. Die einzige Schwierigkeit bestand darin bis zu einem echten Angebot vorzudringen denn die meist indischen Mitarbeiter sind zwar freundlich aber tun nichts. Ohne Ausdauer und Hartnäckigkeit bei der Kommunikation würden wir wahrscheinlich immer noch auf ein Offert warten.

Innerhalb von zwei Wochen hatten wir aber alles organisiert. Gleichzeitig versetzte uns der Gedanke das Auto in fremde Obhut zu übergeben mehr und mehr in Panik.


unser Unimog im Rumpf
Wir begannen alles was nicht niet und nagelfest war aus der Fahrerkabine auszuräumen, besorgten im Baumarkt Zusatz Vorhängeschlösser und sicherten damit alle Eingänge der Wohnkabine. Einstiegsleiter, Fahrradträger und alles was sonst noch demontierbar war verstauten wir ebenfalls im Innenraum. Dennoch wussten wir dass es niemals eine 100%ige Absicherung geben kann. Zumindest beruhigte uns das Gefühl das Bestmögliche unternommen zu haben.

Dann kam der Tag an dem wir den Unimog im Hafengelände von Dubai zurücklassen mussten, es war schrecklich. Er ist Teil des Teams, unser Zuhause. Von jetzt an sorgten wir uns täglich um seine Sicherheit.

Hinzu kam dass das Schiff erst mit zwei tägiger Verspätung eintraf, der Unimog somit schon vier Tage im Hafen herumstand und eine völlig andere Route einschlug als ursprünglich von der Agentur bekannt gegeben. Bevor es den persischen Golf verlies schipperte es noch nach Saudi Arabien und lief ein weiteres Mal einen Hafen in den Emiraten an, das verzögerte die Überfahrt um weitere vier Tage.

Wir mussten uns damit abfinden deutlich länger auf die Ankunft des Autos warten zu müssen als geplant. So verweilten wir noch in Dubai bis wir uns das Flugticket nach Dar es Salaam besorgten.

Fast hätte man uns in Dubai mit unserem One way Ticket nicht einchecken lassen. Wer per Flugzeug in ein Land einreist benötige immer auch ein Retour Ticket denn sollte das Land die Einreise verweigern müsse die Fluglinie für den Rücktransport aufkommen. Wir hörten diese Regel das erste Mal und fanden es geradezu lächerlich. Noch auf keinem Flughafen der Welt fragte man uns jemals bei der Ankunft nach einem Rückflugticket. Nur nach langer Diskussion und schriftlicher Bestätigung unsererseits für etwaige Rückflugkosten selbst aufzukommen lies man uns in letzter Minute einsteigen.

Als wir in Dar es Salaam ankamen hatte sich unsere Aufregung über diese Schikane gelegt. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht dass die wahren Probleme erst jetzt beginnen.

Fortsetzung folgt....

Dar es Salaam - wie sieht es wohl im Hafen aus?