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Irans Gastfreundschaft

Blick aus 2000m auf 4000m
Trotz Kälte beschliessen wir noch einmal unsere Freunde in Khoubanan zu besuchen. Die täglichen Anrufe von Hossein zeigen Wirkung. Insgesamt verbringen wir weitere drei Tage bei dieser gastfreundlichen Familie. Unseren Unimog parken wir direkt vor dem Wohnhaus. Es bedarf einiger Überredung dass wir im Auto übernachten denn es ist üblich Gäste im Haus zu beherbergen. Von früh bis Mitternacht sind wir auf den Beinen. Eine Essenseinladung folgt der Nächsten. Lange Gespräche auf Englisch gemixt mit unseren minimalen Farsikenntnissen sowie Pantomimen Einlagen und gemeinsames kochen und speisen stehen auf dem Tagesprogramm. Einmal kochen wir österreichisches Essen mit improvisierten Gulasch, Kartoffelpüree, Palatschinken  und einer Flasche Almdudler als Gastgeschenk. 

gemeinsames Kochen für 12 Personen

Der interkulturelle Austausch ist für alle eine Bereicherung und beschert lehrreiche und unvergessliche Einblicke in die Welt des anderen.

iranisches Wohnzimmer 
Kurz vor Abfahrt werden wir noch von der Polizei vorgeladen und lang und ausführlich von einem Geheimdienstmann befragt. Ob wir vielleicht im Iran investieren wollen oder woher Österreich sein Gas bezieht sind nur als Beispielfragen erwähnt.
Diesmal ist es wohl ein Abschied für immer. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Familie Österreich besuchen kann ist gering. Sind doch die finanziellen Mittel eines Iraners der Mittelschicht mit denen unserer Gesellschaft nicht vergleichbar.

Schneebeckte Berge begleiten uns auf der Weiterfahrt. In Yazd verlängern wir zum zweiten Mal problemlos unser Visum bevor wir uns auf abgelegener Strecke Richtung Shiraz aufmachen.
 
einsamer Übernachtungsplatz
Zuerst auf Asphalt bis Herat und dann auf Pisten durch wilde Berglandschaften mit bis zu 2600 m hohen Pässen. Kurz vor einer kleinen Bergoase fahren ein Toyota Pickup und ein Motorrad zielstrebig auf uns zu. Es sind Nationalparkranger die uns hier empfangen. Sie fragen ob wir Jäger sind und nachdem wir dies glaubhaft verneinen erfahren wir, dass es sich hier um ein Schutzgebiet handelt wo zahlreiche Wildtierarten beheimatet sind. Wir zeigen uns sehr interessiert und dürfen schlussendlich zu einer Pirschfahrt mitkommen. Fast einen ganzen Tag sind wir mit Hamid, Abuzhar und Hojat unterwegs. 

auf Pirsch mit der Nationalparkbehörde

Wir haben Glück und erhaschen ferne Blicke auf Wildziegen und Wildschafe die Ähnlichkeit mit unseren Steinböcken haben. Wölfe soll es hier ebenfalls noch geben aber diese bekommen wir leider nicht zu Gesicht.

iranische Wildziege
Zwei Tage später erreichen wir endlich einen tiefergelegenen Salzsee. Zwischenzeitlich fällt die Temperatur in höheren Lagen in der Nacht bereits auf 5 Grad. Die Regenfälle der letzten Woche haben  auch hier ihre Spuren hinterlassen. Der See ist teilweise geflutet. Wir wagen trotzdem die Befahrung der Uferpiste. Einige Kilometer weiter begegnen wir schon wieder einen Parkranger. Diesmal handelt es sich um ein Schutzgebiet für Flamingos. Ein Schwarm der majestätischen rosa Vögel tummelt sich in der Seemitte. Obwohl wir unsere Pistenerkundung nicht fortsetzen können sind wir dennoch zufrieden. Der Iran hat uns wieder eine neue Facette seiner Vielfalt gezeigt.